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Ted Brasko – Sphere for six browser windows

Ein guter Freund von mir lud 6 Videos hoch, die man beliebig starten, stoppen, parallel laufen lassen kann, um selbst mit dem Werk zu interagieren. Man kann die Interferenzwellen förmlich spüren und ich find das ganz wunderbar.

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100 Songs für die Insel: R.E.M. – The One I Love

Weil R.E.M. Helden meiner Kindheit sind, lange bevor ich begann, mich wirklich bewusst für Bands zu interessieren. Weil der Song wie kaum ein zweiter für die Melancholie der Rockmusik der späten 80’er steht. Weil ich die Melodie manchmal tagelang nicht aus meinem Kopf bekomme, wie beispielsweise heute. Song Nr. 34 für die Insel.

100 Songs für die Insel: Burial & Four Tet – Wolf Cub

Die Lieblingsbands meiner Jugend sind alle entweder unhörbar geworden oder veröffentlichen, wenn überhaupt, nur alle 8 Jahre mal ein Album. Daher ist der Künstler, der mich mit Abstand am längsten und dabei konstantesten begleitet, definitiv Kieran Hebden aka Four Tet. Kennengelernt hab ich ihn 2003 mit der Veröffentlichung von “Rounds”, dem dritten seiner heute 7 Alben, auf denen er sich irgendwie immer wieder neu erfinden konnte. Während die frühen Releases noch sehr verspielte, harmonische Samplinggewitter waren, wurde er später immer dynamischer, tanzbarer, minimalistischer. Bei allem jedoch schwingt diese ganz typische, verfrickelte Four Tet Verspieltheit mit, die aus jedem oberflächlich kargen Minimal-Stück ein kleines, unglaublich liebevolles Kunstwerk zaubert. Musik, die immer funktioniert, in jeder Stimmung und zu jedem Anlass. Und die mich immer glücklich macht. Die Entscheidung, einen bestimmten Track rauszupicken, wurde mir ein Bisschen von Youtube abgenommen, wo leider sehr viel in Deutschland gesperrt ist. Nicht gesperrt ist seine fantastische Kollaboration mit Burial, in der die Stärken beider Acts sehr schön heraustreten – Four Tets warmer Sound und Burials verschrobener Rhythmus. “Wolf Cub”, Song für die Insel Nr. 33:

100 Songs für die Insel: The Black Keys – Your Touch

Jedes Mal wenn ich laut pupse, stimmt sie das Gitarrenriff dieses Songs mit “Dödödö”-Lauten an, beginnt aber mit dem zweiten Ton, so dass der Pups quasi der erste war, weil er, naja, wie ein Pups klingt und ja, das war auch schon meine Geschichte zu Song für die Insel Nummer 32. Vermutlich bisher die beschissenste.

100 Songs für die Insel: Ben Frost – Theory of Machines

Mir liegen natürlich alle 100 Songs sehr am Herzen, ansonsten kämen sie nicht mit auf die Insel, aber Nummer 31, “Theory of Machines” von Ben Frost, gehört zu den stilistisch interessantesten. Ein avant-gardistisches, elektronisches Post-Rock Monster, das sich langsam aufbläht, um dich völlig wegzublasen und zerschmettert am Boden zurückzulassen. Mogwai auf Acid. Mit die mächtigsten 9 1/2 Minuten Musik, die ich je gehört habe.

100 Songs für die Insel: Garbage – The Trick is to Keep Breathing

Garbage haben schon immer beschissene Videos gemacht, da ist das hier keine Ausnahme. Aber so lange Shirley Manson zu sehen ist, geht das schon klar. (Hab ich hier etwa die Ursache für mein heutiges Verhältnis zu rothaarigen Frauen entdeckt? Kommt hin, bei Albumrelease 1998 waren die Schamhaare ordentlich am Jucken.)

“Version 2.0” ist für mich eines der prägenden Alben der Neunziger, nicht zuletzt Wegbereiter für den kurz darauf folgenden Bond-Song und weltweiten Erfolg der Band. Das zentrale “The Trick is to Keep Breathing” halte ich für einen der vollkommensten Popsongs aller Zeiten. Der hat bis heute nichts von seinem Gänsehaut- und Dauerschleifenpotenzial verloren. In diese simple wie zauberhafte Bassline könnte ich mich reinlegen. Nummer 30 für die Insel:

100 Songs für die Insel: Ellen Allien & Apparat – Turbo Dreams

Song 29 für die Insel ist der Opener des überragenden gemeinsamen Albums der Berliner Technokönigin Ellen Allien und des umtriebigen Sascha Ring alias Apparat. Letzterer hat neben seinen tollen Soloplatten vor allem als “Moderat” gemeinsam mit den Jungs von Modeselektor großen internationalen Erfolg. Die “Orchestra of Bubbles”-Platte gilt für mich jedoch als Höhepunkt sowohl seines als auch Ellens Schaffens, komprimiert und auf die Spitze getrieben in diesem hier vorliegenden Technomonster namens “Turbo Dreams”. 2006 ebnete das Album und vor allem dieser Track meine Geschmacksevolution hin zum Techno. Die perfekte Symbiose aus ihrem Geradeausdenken und seiner Klangvirtuosität. Stampfen auf höchstem Niveau!

Eine Lanze für den Techno

Die große Sparte der elektronischen Tanzmusik besitzt noch immer einen miesen Ruf. Häufig wird der Sammelbegriff “Techno” mit diesem schlecht dahingerotzen Bassgeballer gleichgesetzt, das aus tiefergelegten VW-Golfs mit Neumünsteraner Nummernschild herauswummert. Wie ist das möglich, in einer musikalischen Popkultur, in der kaum noch ein Chartsong ohne stampfenden Four-to-the-Floor-Beat auskommt? Liegt es am (falschen) öffentlichen Bild des “Ravers”? Diese Ignoranz ärgert mich.
Parallelen zum Fußball drängen sich auf. Dieser hochinteressante, schnelle, von Athletik, Taktik und Virtuosität geprägte Sport wird als irgendwie unterbelichtet, gar peinlich angesehen. Opium der bildungsfernen Schicht. Mag sein, dass bierbäuchige Jeansjackenträger mit Schnauzer und dümmlicher Mundart das Bild des gemeinen Fußballfans prägen. Mag auch sein, dass viele gewaltbereiten Vollspacken ihre Aggressionen in irgendeinem verschwurbelten Fan- und Rivalitätsgedanken manifestieren. Macht das die Sportart an sich zu einer schlechteren Sache?
Dem Techno werden zweierlei Vorurteile entgegengebracht. Erstens: Er sei die Musik einer hedonistischen, unmusikalischen Minderheit, die nur auf Pillchen Spaß haben kann, dafür dann aber drei Tage lang. Zweitens: Er sei gar keine “richtige” Musik, man müsse nur ein paar Knöpfchen drücken, damits bumm bumm bumm macht, fertig.
Ich kann diese Vorurteile nur aus einer sehr persönlichen Perspektive heraus entkräften, doch ich weiß von vielen Menschen, dass es ihnen genau so geht:
Ja, ich fahr auch dieses Jahr auf die Fusion. Ich zieh mir dafür aber keine Glitzerklamotten an und schmeiß mir nicht drei Tage lang irgendeine Rotze ein, um geil nonstop an der Turmbühne rumzueiern. Ich fahre wegen der außerordentlich liebevollen Atmosphäre und der tollen Musik nach Lärz. Ich habe viele Jahre lang nur Gitarrenmusik gehört und mich ausgiebig mit progressiven Songstrukturen beschäftigt. Der Übergang zur elektronischen Musik war ein fließender, aber beständiger. Tool, Radiohead, The Mars Volta und wie sie alle heißen, sind göttlich. Ich konnte mich aber irgendwann nicht mehr dauerhaft dieser emotionalen Belastung aussetzen. Techno mag gefühlskalt erscheinen, aber die Brillanz eines gut gemachten Tracks macht mich körperlich glücklich. Ich muss dazu nicht tanzen, ich kann mir auch ein gut gemachtes Set anhören wie ein Pink Floyd Album. Die Tiefe des Sounds und die Dramaturgie eines spannenden Trackgerüsts machen mich Lächeln. Ein guter Drop erzeugt ein Gänsehautgewitter. Die Monotonie des Vierviertels ist nur eine oberflächliche. Wer den Techno als unmusikalisch abstempelt, ohne die Rafinessen der Klangfarbenverschiebung, ohne die Feinheiten in der Entwicklung eines Themas heraushören zu können, sollte mit seinem Urteil sehr sehr vorsichtig sein. Ich will hier nicht versuchen, Geschmacksdiskussionen auf eine objektive Ebene zu hieven. Ich will nur eine Lanze brechen. Ähnliche Beispiele wie die angehängten Links sind höchst willkommen! ❤

100 Songs für die Insel: Queens of the Stoneage – If Only

Von Josh Homme würde ich mir auch gern mal ein, zwei Gitarrenriffs zeigen lassen. Anders als viele andere Fanboys bin ich zwar nicht der Meinung, dass die jüngeren Queens of the Stoneage Alben einen Rückschritt in der Entwicklung darstellten. Aber diesen ehrlichen, unaufgeregten Sound des selbstbetitelten Debutalbums, den finde auch ich unübertroffen. Da klingt das Drumset noch ganz selbstverständlich so, wie es Dave Grohl auf der “Songs for the Deaf” mit technischem Aufwand hat klingen lassen. Da hört man die Bassseiten noch rumschlackern, als käme die Aufnahme direkt aus dem Proberaum. Da ging’s noch um Rockmusik.

Mein Lieblingssong des ersten Albums von 1998, “If Only”, geht sogar noch ein Jahr zurück. Unter dem Namen “If Only Everything” erschien er zuvor auf der Split EP “Kyuss / Queens of the Stoneage”, die den fließenden Übergang dieser beiden prägenden Bands markierte und aufgrund ihrer geringen Auflage heute völlig zu Unrecht in Vergessenheit geraten ist. Aber Kyuss ist ein anderes Thema. Kommt noch. ;P

100 Songs für die Insel: Caribou – Melody Day

Mittlerweile sieht man kaum noch irgendeine Sendung im Privatfernsehen, in der nicht mindestens ein Song von Caribous Knalleralbum “Swim” (2010) verwurstet wird. Ich durfte ihn als Support für Radiohead erleben und hatte damals in der Wuhlheide ernsthaft das Gefühl, dass hier gerade Rave neu definiert wird. Weniger electrolastig, eher britpopig-experimentell kam der Vorgänger “Andorra” (2007) daher. Dessen Opener “Melody Day” hat in diesem Haushalt mindestens ein Mal die Woche zu laufen, sonst werd ich stinkig. Ein zuckersüßes Stück perfekt verschrobenen Pops. Musik von 2007, die so klingt, wie Bands von 1967 im Jahr 1997 geklungen hätten. Oder so. Nummer 27 für die Insel.

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