Twitter? Ist das dieses “Ich sitze gerade auf Klo”-Facebook?

Es ist ein ungeschriebenes Gesetz auf Twitter, Twitter nicht zu erklären. Die erste des Regel des Twitter Clubs, wenn man so will. Ich möchte dieses Tabu aber mal brechen, ein bisschen zumindest, für diejenigen nämlich, die vor der Tür dieses Clubs stehen und neugierig durchs Fenster gucken, aber nicht wissen, wie sie reinkommen sollen.

Dass das Netzwerk und die Beschäftigung mit ihm mittlerweile einen erstaunlichen Anteil meines Alltags ausmacht, geht natürlich nicht unbemerkt am Freundes- und Bekanntenkreis vorbei. Viele sind daher ernsthaft interessiert, einige fasziniert und manche melden sich sogar selbst an. Doch die allerwenigsten lecken wirklich Blut. Woran liegt das?

Zunächst mal natürlich an einem selbst. Twitter, zumindest das, in dem ich mich bewege, ist ein digitales Notizbuch mit Feedbackfunktion. Nicht jeder hat das Bedürfnis, die Notizen wildfremder Menschen zu lesen, geschweige denn, diese tatsächlich auch noch interessant zu finden. Ebenso wenig hat nicht jeder das Bedürfnis, selbst ein Notizbuch zu führen (und dann -um Himmels Willen!- auch noch ein frei zugängliches).

Zum anderen liegt es am öffentlichen Bild und an Twitter selbst, seinen Neuankömmlingen eine bestimmte Vorstellung mitzugeben, wie das hier zu laufen hat. Registriert man sich, wird einem erst mal eine Reihe von Celebrities, Nachrichtenseiten und anderen offiziellen Kanälen vorgeschlagen. Das ist natürlich leicht nachvollziehbar, da letztlich nur ein Spiegel überdurchschnittlicher Followerzahlen, der den Trugschluss vermittelt: Daraus musst du deine Timeline zusammenstellen! Dazu noch ein paar Leute, die man persönlich kennt, den Account der eigenen Stammdisco und Sascha Lobo, fertig ist der Twitterfeed. Dass man daran schnell das Interesse verliert, ist nur eine Frage der Zeit, und ich finde es nach mittlerweile vier Jahren nicht verwunderlich, dass etwa die Hälfte meiner Followerzahl aus inaktiven Accounts besteht.

Twitter hat jedoch so viel mehr zu bieten als verhashtaggte Links zu Artikeln und “Feierabend! #yeah”-Statusupdates irgendwelcher Stinos ohne Mehrwert. Und, zugegeben, ohne davon zu wissen, ist es kein Kinderspiel, darauf zu kommen. Hat man aber erst einmal Zugang zu dieser sonderbaren Welt, läuft der Rest von ganz allein. Ich habe allerdings nicht selten den Eindruck, dass diejenigen, die sich in dieser Welt bewegen, nichts dagegen hätten, wenn der Zugang zu ihr so verschlossen bleibt. Ich halte das für [Achtung, Neologismus!] unfelitair.

Ganz persönlicher Tipp daher: Diese Liste. https://twitter.com/nutellagangbang/gangbang/members

Das ist “mein” Twitter. Vielleicht kannst Du ja, als eigentlich interessierter, aber orientierungsloser, angeödeter, verdrossener oder schlicht überforderter Neutwitterer, Inspirationen für “Deins” sammeln. Vorausgesetzt, Dir kam schon mal in den Sinn, dass so ein Hashtag ja eigentlich ziemlich hässlich anzuschauen ist.

Ich will um Gottes Willen niemandem vorschreiben, was er mit Twitter anfangen soll. Aber ich weiß, dass viele aus Verdruss das Interesse verlieren, von denen ich aber glaube, dass sie unglaublich viel Spaß aus diesem Medium ziehen könnten. Dieser Post ist also nicht als Anleitung zu verstehen, eher als kleiner Schubser, als Andiehandnehmen für ein paar Meter. Falls Dir von dieser Liste auch nur ein Mensch zusagt, dann schau einfach mal, wem der so folgt. Viel Freude.

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One response to “Twitter? Ist das dieses “Ich sitze gerade auf Klo”-Facebook?”

  1. Morgen wird Gestern says :

    Gut ist auch immer, wenn man gefragt wird, wie man denn bei Twitter Leute kennenlernt.

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