Linn

Wir schrieben uns schon seit einiger Zeit private Nachrichten im Forum unserer Lieblingsband. Ähnlicher Musikgeschmack, halbwegs gleiches Alter, selbes Bundesland; es war im Grunde eine Frage der Zeit, bis wir uns mal trafen.
Am Bahnhof schenkte ich ihr eine herzliche Umarmung, die sie sichtlich überforderte. Ich redete gegen das Schweigen an und sie antwortete, doch die Antworten reichten nicht für ein Gespräch. Ich gab ihr eine unmotivierte Stadtführung und sie nahm teilnahmslos hin. Zu Hause angekommen waren meine Eltern seltsam erleichtert, dass ich auch mal ein Mädchen mitbringe.
“Macht es dir was aus, wenn ich dich küsse?”
“Nein.”
In meinem Zimmer fingen wir an, aus Langeweile rumzumachen. Meine Hand wanderte in ihre Hose und sie ließ sie gewähren.
“Soll ich ein Kondom holen?”
“Nein.”
Es lag an unser beider Unerfahrenheit, dass ich es schlicht nicht besser wusste und sie sich offenbar nicht in der Lage sah, mir einfach zu sagen, dass die erogenste Zone der Frau nicht wirklich in der Scheide liegt. So verbrachten wir die nächsten zwei Stunden, mein Finger ziellos raus und reingleitend, ein stumpfer Akt gelähmter Zärtlichkeit.
“Hattest du einen Orgasmus?”
“Nein.”
Auf dem Weg zum Bahnhof fragte ich sie, was das für ein Parfum oder Deo sei, das sie benutze, es war mir sofort aufgefallen, aufregend und intensiv. Sie trug nichts dergleichen. Wir hörten nie wieder voneinander.
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